Migrant voices in social media

Während wir uns noch im Pazifik aufhielten, erreichte uns eine Anfrage aus Deutschland für einen Workshop unseres 140 Gramm Konzeptes, bei dem ein Videofilm von einer Gruppe ausschließlich mit Smartphone und Bordmitteln realisiert wird. Wir baten Daniel und Anett von der Seeland Medienkooperative, diesen Workshop an unserer Stelle durchzuführen. Mit ihren Teilnehmer*innen coverten sie dann das BarCamp der „Young Migrants“ und das tolle Ergebnis könnt ihr euch hier ansehen.

Zuhause

Seit dem 6. Dezember sind wir wieder in Deutschland. Unsere Erlebnisse im Pazifik haben uns stark geprägt. Wusstet ihr, dass die marshallesische Art, guten Tag zu sagen, drei Schreibweisen und drei Bedeutungen hat? Das „Hallo“ der pazifischen Republik lässt sich als „Yokwe“, „Iakwe“ oder „Yakwe“ schreiben und es bedeutet „Hallo“, aber auch „Ich liebe dich.“ oder „Du bist schön wie der Regenbogen.“
Aber, egal wie man das Wort schreibt, bedeutet es immer dasselbe: Hallo, Liebe oder Regenbogenkompliment.

Stellt euch eine Welt vor, in der die Leute sich auf der Straße ganz selbstverständlich mit einem Liebesgeständnis und einem Regenbogenvergleich grüßen. Palmen. Sonne. Freundlichkeit. Haltet ihr das für Kitsch? Verstehen wir gut. Ist aber trotzdem real. In dieser Welt haben wir fast ein Jahr gearbeitet und gelebt und natürlich fällt uns die Umstellung nun schwer. In diesem deutschen Land mit seiner Geschwindigkeit, seiner Unruhe und seinem manchmal unbegreiflichen Zorn leben wir uns erst langsam wieder ein. So langsam fällt uns auf, dass wir ja selbst früher oft schnell, unruhig und unbegreiflich zornig waren.
Wenn ihr unsere Erlebnisse im Pazifik nachvollziehen wollt, dann lest euch durch unseren Filmblog, den wir noch eine Weile online lassen werden.

Nun sitzen wir wieder im Schnitt. Wir denken, es wird ein eindringlicher Film werden über eine freundliche ferne Welt, der der Untergang droht und die dennoch nicht aufgibt. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, folgt doch unserer Facebookseite und abonniert unseren Newsletter.

In einem anderen Land will ich nicht leben

Auch hier auf den Marshall Islands und auf anderen pazifischen Inseln bereitet man sich auf den 8. September vor. Unter dem Motto #RiseForClimate und dem Motto #RiseForPacificPawa (“Pawa” – Pidgin-Englisch für ” Power”) vereinen sich die vielen kleinen Inselstaaten, um sich gemeinsam zu unterstützen und der Welt zu zeigen: wir gehen nicht unter, wir kämpfen. Sie kämpfen für den Klimaschutz, für das Überleben ihrer Inseln und damit verbunden für ihre kulturelle Identität. Wir haben das Vorbereitungstreffen der Umweltorganisation Jo-Jikum gefilmt, die unser lokaler Partner und Teil der globalen Klimabewegung 350.org ist. Das diesjährige Symbol der Aktivitäten ist das Kikonang, eine Art Windrad aus Palmenblättern. Es steht für Bewegung, für erneuerbare Engergien wie Wind- und Solarenergie, für das Kunsthandwerk, das hier eine wichtige kulturelle Bedeutung hat und viele Menschen erinnert es auch ganz einfach an ihre Kindheit, da es ein beliebtes Spielzeug auf den Inselstaaten war und ist. Es ist wichtig, die Klimakrise global anzugehen. Auf den Marshall Islands gibt es keine Industrie, die Menschen hier tragen am wenigsten zur Umweltverschmutzung durch den Ausstoss von Treibhausgasen bei. Sie sind aber die Ersten, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.

Mehr Infos dazu findet ihr unter diesen Links: https://riseforclimate.org // https://350.org // https://350pacific.org

Eine Geschichte von gutem Wasser

Mit unseren Workshops in der RMI unternehmen wir immer wieder kleine Reisen. Die Reise, von der das Video unten erzählt, führt uns auf die Insel Kolol En. Wir begleiteten Jina David, einen Umweltaktivisten und Councelmen. Gemeinsam mit einer Gruppe von Jugendlichen prüfte Jina die Wasserqualität in den Regenspeichern der Insel und lehrte die Jugendlichen zugleich, wie sie zukünftig selbst für sauberes Wasser sorgen können. Jinas Projekt wurde ermöglicht von Jo-Jikum und KIO.



Einmal jährlich

Einmal jährlich gibt es auf Majuro eine marshallesisches Filmfestival. Unter den dreizehn Einreichungen in diesem Jahr war auch ein Kurzfilm über „Freude“, den die Jugendlichen aus unserem Workshop in Laura erstellten. Er gewann zwar am Ende keinen Preis, holte aber einen tosenden Applaus aus dem Publikum. Hier ist er. „Freude“ vom Laura Highschool Media Team.



Maloelap calling

Eine Woche lang begleitete unser Teammitglied Christina Schulze ein Forschungsteam um den marshallesischen Wissenschaftler Mark Stege bei ihren Arbeiten auf dem Maloelap Atoll. Von dieser Woche hat sie euch einen kleinen Film mit dem Titel “Stewards of the Environment” mitgebracht, der euch bereits einiges von der Erzählart und den Stimmungen unseres zukünftigen Filmes zu verraten vermag.

Und ganz 13.070 Kilometer entfernt vom Maloelap Atoll komponierte der Potsdamer Musiker Marc Schicker ihrem Video beim Anschauen die Musik auf den Leib. Viel Spaß beim Ansehen und Anhören.

Die Arbeit des Forschungsteams um Mark Stege wurde ermöglicht durch „Unitarian Universalist Service Committee“ und die „Marshall Islands Conservation Society“.

Update

Inzwischen mussten wir das Kiribati-Projekt auf die Marshall-Islands verlegen, ein anderer Inselstaat in der Region, der wegen des Klimawandels mit ganz ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hat wie Kiribati. Warum dieser „Umzug“ notwendig wurde, könnt ihr auf unserem Projektblog nachlesen.

Es geht los

Das Kiribatiprojekt ist unser bislang umfangreichstes partizipatives Filmprojekt. Wir werden unseren dritten Kinolangfilmfilm gemeinsam mit den Menschen der Inseln der Republik Kiribati auf den Weg bringen. Aufgrund des Abschmelzens der Pole und des Anstieg des Meeresspiegels versalzen die Grundwasserbestände zahlreicher Atolle, schlägt das Meer heftiger als je zuvor über die Inseln und droht, sie noch in diesem Jahrhundert zu verschlingen.

Unser Pitching Video (letzter Blogeintrag vor diesem) erzählt euch von unseren Motiven, diesen Film zu machen.

Wieder gibt es kein Drehbuch, keine abzufilmende feststehende Aussage, sondern stattdessen die Suche nach den Geschichten, die wir mit den Menschen vor Ort in einer Vielzahl von Workshop gemeinsam entdecken werden.

Auf der Insel Tarawa, werden wir im Januar 2018 mit der Arbeit beginnen. Das Seegebiet der Republik ist riesig. Die Inseln verteilen sich über den weiten Pazifik auf einer Fläche in der Größe der U.S.A.. Wir werden versuchen, so viele Inseln wie möglich zu besuchen und so viele Menschen wie möglich in das Projekt einzuladen.

Auf unserem Projektblog mauri-kiribati.com könnt ihr im Laufe des Jahres 2018 den Fortgang der Arbeiten verfolgen.

Wir sind glücklich, mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Leutert einen politischen Schirmherrn für unseren Film gefunden zu haben, der uns bereits seit der Planungsphase intensiv unterstützte, uns Mut machte, uns auf mögliche Förderungen hinwies und überhaupt ein Fan dieses Filmprojektes geworden ist.

Und es ist uns gelungen, Professor Dr. Mojib Latif für die wissenschaftliche Beratung für den Film zu gewinnen, der uns bereits bei einem ersten Gespräch in Hamburg wertvolle Ratschläge für den Dreh mit auf die Reise gab.

Wir danken Maria Kling von der Produktion Studio Kalliope, die von Anfang an an dieses Projekt geglaubt hat und keine Schwierigkeiten und Hindernisse fürchtete, es auf die Beine zu bringen.

Sie weichen nicht

Gemeinsam mit Maria Kling vom Studio Kalliope (Potsdam, Babelsberg) arbeiten wir seit Beginn des Jahres 2017 an einem neuem Kinofilm: dem Kiribati-Projekt. Es wird (wieder) ein partizipativer Film sein. Er trägt den Arbeitstitel „Sie weichen nicht.“ Der Film wird gemeinsam mit den Menschen der Inseln der parlamentarischen Republik Kiribati erstellt werden. Kiribati liegt im zentralen Pazifik. Wegen des Abschmelzens der Pole droht der ansteigende Meeresspiegel die Inseln in Kürze zu überschwemmen. Doch die Zukunft der Republik ist immer noch ungeschrieben. Nicht wenige glauben, sie werden unweigerlich versinken. Andere meinen, die Inseln können gerettet werden. Für unser Filmteam ist Kiribati auch ein Symbol, eine Warnung für die Welt. Wenn wir nicht endlich lernen, unseren Planeten mit Respekt zu behandeln, wird er uns allerorts vor unvorstellbare Schwierigkeiten stellen. Die Flut an einem Ort ist die Dürre an einem anderen Ort auf diesem Globus.

Update: Inzwischen mussten wir dieses Projekt auf die Marshall-Islands verlegen, ein anderer Inselstaat in der Region, der wegen des Klimawandels mit ganz ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hat wie Kiribati. Warum dieser „Umzug“ notwendig wurde, könnt ihr auf unserem Projektblog nachlesen.

Slider_Humans of Kiribati_Vasiti Tebamare - The Hungry tide at Betio 2 20 2015

Hier könnt ihr euch das Pitching-Video von Studio Kalliope und den Kameradist*innen ansehen. Vielen Dank an Kameramann Raimon Kataotao und Mike Roman von den „Humans of Kiribati“ für das Material von den Inseln der Republik Kiribati. Auch die Credits für das Titelbild im Slider unserer Webseite gehen an: „Humans of Kiribati“ / Sandra Dương  „The hungry tide at Betio“. 

Du kannst diesen Pitcher durch einen Klick auf diesen Link auch herunterladen und auf deinen Blog, Deine Facebookseite oder bei Youtube hochladen.

NSU Komplex auflösen!

Gemeinsam mit Kunststudent*innen der Kunsthochschule Weißensee (Berlin) aus der Foundation-class von Ulf Aminde begleiteten wir Kameradist*innen das Tribunal „NSU-Komplex-Auflösen“ in Köln medial in einem Smartphone-Videoworkshop. Das Ergebnis der Arbeit des Workshops sind 20 Videos, welche einen sehr guten Eindruck von der Fülle der Aktionen, Veranstaltungen und Workshops des Tribunals vermitteln. Sie wurden auf dem Youtube-Kanal des Tribunals nach und nach veröffentlicht und wir haben sie euch hier auch zum Anschauen eingebunden. Danke an die Studierenden (ihr seid toll) und an Christina, Ulf und Sebastian (ihr seid auch toll) für das Co-Teaming dieses 140 Gramm Workshops.

Mehr Informationen findet ihr unter den folgenden Links und die Videos erreicht ihr unter dem „Mehr“-Button auch auf dieser Seite.

mobile reporting team: https://mobilereportingteam.wordpress.com/
Tribunal NSU-Komplex-auflösen: http://www.nsu-tribunal.de/

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4. Festival delle Terre (Urupia)

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ läuft am 27.8.2016 ab 22.15 Uhr mit italienischen Untertiteln auf dem 4° FESTIVAL DELLE TERRE di URUPIA  im Wettbewerb. Wir freuen uns sehr. Wer dabei sein will, hier findet sich eine Wegbeschreibung in die Kommune Urupia: Link.

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Vom Sieg der Schwachen

In einem Tagesseminar in Berlin in Zusammenarbeit mit der Böllstiftung werden wir nicht nur „Ohne Rast. Ohne Eile.“ und „Sachamanta“ zeigen, sondern uns intensiv mit den Hintergründen und Perspektiven des indigenen Widerstandes gegen Landraub in Nordargentinien auseinandersetzen, um daraus Schlussfolgerungen für die Welt vor der eigenen bundesdeutschen Haustür zu ziehen. Das Seminar ist kostenfrei und findet am Samstag, den 31.10.2015 von 10:30 bis 17:30 Uhr in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin statt und die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Anmeldung bitte schnell unter global@bildungswerk-boell.de.

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Festival delle Terre

Ohne Rast. Ohne Eile.“ wurde ausgewählt für das 12. Filmfestival delle Terre in Rom und läuft im Wettbewerb am 12. Oktober um 20 Uhr. Die Szene aus unserem Film, in der der Menschenrechtsanwalt Antenor Ferreyra vom Kampf gegen die herrschenden Klasse spricht, ist nun auch im offiziellen Trailer des Festival zu sehen. Wegen der Kurzfristigkeit der Aufnahme in den Wettbewerb werden wir in Rom nicht dabei sein können, aber wir sind sehr glücklich, dass unser Film dabei sein wird.

Es ist der Mut, mit dem der Weg beginnt.

Für Blickpunkt Lateinamerika führte Benjamin Beutler ein Interview mit Viviana Uriona über den Sinn ferner Geschichten für die politischen Kämpfe in Europa, den problematischen Begriff der „Hilfe“ für die sogenannten Entwicklungsländer und eine wichtige Ressource für antikapitalistischen Widerstand: Mut.

► Blickpunkt Lateinamerika: „Es ist der Mut, mit dem der Weg beginnt.

„Heimat hat keinen Plural“

Das Videoarchiv „Heimat hat keinen Plural“ von Ivan Lopez Tomé und von Jan Gerritzen (Kameradistinnen) ist wieder online gegangen, diesmal bei dctp.tv.

„Die Gründe und Lebensläufe der Migration sind so vielfältig wie die von ihr bewegten Menschen. Mit welchen Hoffnungen und Träumen kommen Menschen nach Deutschland? Welche Schwierigkeiten begegnen ihnen? Wie meistern sie diese Schwierigkeiten? Wo erfahren sie Unterstützung? Wo Ablehnung? Ist Deutschland ihre Heimat geworden? Wie definieren sie Heimat? Kann man mehrere Heimaten haben? Wie wichtig ist das “Was bist du” in ihrem Alltag? Das Projekt “Heimat hat keinen Plural” will sowohl die verschiedenen Lebensläufe der MigrantInnen und deren spezifische Ansichten und Erfahrungen porträtieren als auch eine audiovisuelle Quellensammlung schaffen, um auch andere Interpretationen als die der Autoren zu ermöglichen und der weiteren Forschung zur Verfügung zu stellen. Eine dauerhafte Bereitstellung im Internet bietet hierfür die geeignete Plattform. Des Weiteren kann und soll das Projekt als eine Quelle der Inspiration zur Erarbeitung realistischer migrantischer Charaktere im Bereich der Fiktion dienen.“

Heimat hat keinen Plural (14 Filme / nezfilms ) (dctp.tv)

In Trauer

Heute ist die Premiere unser Dokumentarfilm „Ohne Rast. Ohne Eile“. Ein Tag -nach vielen Tagen Arbeit- der Freude. Und dennoch strahlt diese Freude seit Monaten der Vorbereitung nicht wie sie strahlen sollte. Sie ist getrübt. Wir sind betrübt. Traurig. In Trauer. Und ja, auch wütend. mehr

Wissen ist Macht

1/2/2013: Wer Radio machen will, braucht dazu die Mittel. Sendemasten und Frequenzen gibt es nicht mal eben mal zum Download. Immerhin aber eine mächtige Software, die Freeware ist und die Aufnahme, den Schnitt und die Nachbearbeitung von Audiomaterial ermöglicht: Audacity. mehr