Lichtenfilm

In einer Filmwerkstatt nach unserem „140 Gramm Konzept“ erstellten Lichtenberger*innen quer durch die Generationen eine Dokumentation über ihren Kiez im Rahmen ihres Projektes „Neue Nachbarn – Neue Zukunft“. Wir begleiteten die Workshopteilnehmer*innen von der Ideenfindung, über die Planung, die Entwicklung der Interviewleitfäden, vom Dreh bis zum Schnitt. Im fertigen Streifen „Lichtenfilm“ sprechen Lichtenberger*innen über sich selbst, ihren Stadtteil, über dessen (ostdeutsche) Vergangenheit und dessen wünschenswerte Zukunft, über Lichtenbergs unwiderstehlichen Charme und seine offensichtlichen Missstände.

Für den Dreh wurden ausschließlich die unterschiedlichen Smartphones der Teilnehmenden als Kamera und Audiorecorder verwendet und als Schnittwerkzeug kam die kostenlose Edition von Lightworks zum Einsatz. Den Film könnt ihr ab jetzt unter diesem Link auf seinen eigenen Webseite ansehen.

ONE WORD verschenken?

Vorgestern Nacht erhielten wir eine E-Mail aus Magdeburg. Jemand erkundigte sich, ob es eine Möglichkeit gäbe, ein Ticket für ONE WORD im Onlinekino auch zu verschenken, in der Form eines Gutscheins zu Weihnachten. Und da dachten wir, das das eigentlich eine tolle Idee ist. Wenn die Menschen sich nachdenkliche Bücher zu Weihnachten schenken, warum dann nicht auch ein Ticket für einen nachdenklichen Film wie ONE WORD?

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HCCFF

ONE WORD gewann soeben den „Bronze Award“ beim HCCFF (Handle Climate Change Film Festival) in China. Natürlich sind wir nicht dorthin gedüst, „nur“ um uns Statue und Preis abzuholen. Beides wurde wurde unseren chinesischen Freund*innen symbolisch an unser Team aus Marshalles*innen und Deutschen auf der Bühne in Shenzhen übergeben. Hier seht ihr einige Impressionen aus der Sieger*innenehrung.

Coronakino im November

ONE WORD sollte am 4. November seinen Kinostart in der Bundesrepublik haben und wir hatten die Premiere kurzfristig ins Netz verlegt. Nun startet unser Film auch umfassend virtuell und ist als VoD zu sehen bis die Kinos wieder öffnen dürfen.

Hintergrund: Bund und Länder haben sich am 28. Oktober auf eine Schließung der deutschen Kinos im November 2020 geeinigt, weil sie annehmen, dass diese Maßnahme der Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirkt. Ob diese Maßnahme tatsächlich sinnvoll ist, können wir nicht beurteilen. Wir hoffen es.

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Corona hin oder her

Corona hin oder her. Es bleibt dabei. ONE WORD startet am 4. November 2020 und ihr könnt alle zur Premiere im virtuellen Kinosaal dabei sein. Den Ticketpreis haben wir für die kleine Leinwand herabgesetzt und die Einkünfte teilen wir mit den geschlossenen Kinos. Und dies aus zwei einfachen Gründen.
Erstens geht Corona nur solidarisch und zweitens gibt es überhaupt keinen Grund, mit dem Film zu warten. Denn hinter der Coronakrise lauert die Klimakrise, die in ihren Auswirkungen selbst eine Pandemie um Größenordnungen übersteigen kann. Hier findet ihr das Konzept.
Und wenn ihr hier unseren Newsletter bestellt, schicken wir euch alle Informationen rechtzeitig vor dem Filmstart am Abend des 4. November.

Über Corona, ONE WORD und Optimismus

So langsam kommen die deutschen Kinotermine herein für unseren Film ONE WORD. Uns ist vollkommen klar, das ein Release im Jahre 2020 schwierig ist. Während des Lockdowns hatten die Kinos keine Einnahmen. Dann haben sie haben viel Aufwand und Arbeit in die Einhaltungen der Schutzvorschriften gesteckt, während in etwa jeder zweite Sitz in den Sälen leer bleiben muss. Große Produktionen, die den Kinos üblicherweise die Einnahmen sichern, wurden von den Verleihen verschoben oder wurden nach dem Start während des Lockdowns gestoppt, um jetzt auf Netflix oder Amazon Prime zu laufen.

Als wir nun mit unserem Verleih Studio Kalliope begannen, die Programmkinos anzuschreiben, hätten wir erwartet, dass die Resonanz auch genau Null sein kann. Krisen haben ja immer schon beim Kinopublikum eine große Lust nach Ablenkung von Problemen erzeugt. Die Menschen fliehen sich in Träume und Phantasien, wenn die Realität schief hängt. Wer will es ihnen verdenken und die Kinos brauchen zahlendes Publikum. Dokumentarfilme? „Mhm.“ Über die Klimakrise? „Ja, also.“

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Hanioti

Im Juli 2020 haben wir mit den Dreharbeiten für „Finding Europe“ begonnen. Bille und Georgios (ein deutsch-griechisches Paar) brachten uns dazu nach Hanioti, eine doppelgesichtiges Urlaubsdorf im Süden von Thessaloniki. Hanioti hat zwei Gesichter, weil es zwei europäische Wirklichkeiten enthält. Entlang der Küstenlinie des Ortes tummeln sich die wohlhabenden Urlauber. In den kleinen Häusern in den Bergen über dem Ort lebt das Personal des Urlaubstraumes oft in Armut. Wer „Glück“ hat, arbeitet während der Sommermonate hart genug für einen spärlichen Lohn, so dass es immerhin für den nasskalten Winter reicht für Lebensmittel, Holz und ein ein paar kleine Träume. Wer Pech hat, bleibt auf der Strecke.

Georgios und Bille waren unsere Guides und Übersetzer. Drei von fünf langen Interviews mit Menschen der Region führte Georgios selbst. Bille wurde auch zur Set-Fotografin. Die meisten der Bilder in der Galerie unten stammen von ihr.

Corona hat Hanioti hart getroffen. Die Besuchszahlen brachen ein. Viele „Dörfler*innen“ fanden keine Arbeit mehr in den Hotels am schönen blauen Meer. Der griechische Staat vermag kaum zu helfen. Die Austeritätspolitik der Union lähmt das Land und hat die Griech*innen wütend gemacht. „Wo ist denn Europa, wenn es gebraucht wird?“, haben unsere Interviewpartner*innen gefragt.

Und doch gab es auch zaghafte Träume von einem anderen, solidarischen Europa, das sich aufmacht die sozialen Ungleichheiten innerhalb der Länder und zwischen ihnen entschlossener zu beseitigen. Diese Teile der Interviews sind vielleicht am berührendsten.

Wir werden in den nächsten Wochen noch ein zweites Mal nach Süden gehen. Diesmal nach Athen, wo wir die urbane Seite des Landes erkunden wollen. Danach werden wir uns dem nächsten Land der EU zuwenden, Litauen.

Wichtige Informationen des BMfL

Die Coronakrise ist natürlich auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen. Wie hunderttausende selbstständige Künstler*innen und Solo-Selbstständige sind wir mit unserer Arbeit nun einmal auf Publikumsverkehr angewiesen. Doch während wir uns mit Glück und Rücklagen irgendwie durchwurstelten, bedeuteten und bedeuten die an sich richtigen Kontaktbeschränkungen bei ausbleibender oder unzureichender (staatlicher) Hilfe für viele andere Menschen im Kultur- und Kunstbereich die blanke Existenznot. Zum Beispiel für den kleinen Berliner Verlag Periplaneta und seine Mitarbeiter*innen und Autor*innen.

Also haben wir unsere unfreiwillige Freizeit alle zusammen in ein Solidaritätsprojekt gesteckt. Wir schrieben den Autor*innen des Verlages und baten sie sich selbst lesend allein zu Hause mit dem Smartphone aufzunehmen, um genug Material für einen Werbeclip zusammen zu bekommen. Und das klappte. Mehr zur Geschichte könnt ihr auf den Seiten des Verlages unter diesem Link lesen.

Periplaneta hat es übrigens durch die Krise geschafft. Nicht wegen des Videos, aber vielleicht auch wegen des Videos.

Liftoff-Festival (Tokio)

Unser partizipativer Dokumentarfilm „One Word“ über den Klimawandel auf den Marshall Islands wurde gestern für die Tokio-Edition der diesjährigen Liftoff-Festivals ausgewählt, was uns natürlich mächtig stolz macht. Eine ganze Woche lang werden viele tausend Festivalbesucher*innen und Vertreter*innen des Filmgeschäfts unseren Film sehen und das ist gut, weil es dem Anliegen der Marshallesen entspricht, vor der Welt Gehör zu finden.

Neues Filmprojekt: Finding Europe

Das europäische Haus wurde einst von Staats- und Regierungschefs erbaut und war am Anfang in erster Linie ein Wirtschaftsprojekt im Interesse einer Friedensordnung. Nicht die europäischen Menschen verlangten und erkämpften Europa, sondern sie zogen ein wie Mieter in ein Haus, das andere ihnen bauten. Heute ist das europäische Haus sanierungsbedürftig. Nationalisten und Separatisten bedrohen es. Großbritannien wird die EU verlassen. Auch in anderen Ländern und Regionen werben Menschen für den Austritt.

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