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Ohne Rast. Ohne Eile.“ ist der aktuelle Kino-Dokumentarfilm der Kameradist*innen. Mehr zu uns erfahren Sie unter diesem Link.

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ hat sein Setting im Norden Argentiniens in einer Region mit dem Namen „Monte“. Der Film erzählt vom Kampf indigener Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen multinationale Agrarkonzerne wie MONSANTO. Der Konflikt dreht sich um das Eigentum an dem kargen Land, das auf der einen Seite seit Jahrhunderten die indigenen Bauerngemeinden ernährt und auf der anderen Seite ein begehrtes Spekulationsobjekt geworden ist, seit genmodifiziertes Saatgut, Herbizide wie Glyphosat und chemischer Dünger auch in dieser Region den großflächigen Anbau von Soja rentabel gemacht haben. Heimat trifft auf Geschäft. Die Schwachen treffen auf die Starken und siegen – gegen alle Erwartungen.

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ erzählt von einem Kampf, der nun schon über zwanzig Jahre währt und vom Rest der Welt kaum beachtet wird. Dabei sind die Ergebnisse dieses Kampfes für die Indigenen mehr als beachtlich. Nicht nur haben sie jeden Quadratmeter des ihnen geraubtes Landes wieder zurückerobert; Sie haben auch damit begonnen, in ihren Regionen die vom Staat vernachlässigten Aufgaben wie Wasserversorgung, Energieversorgung, Bildung und Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen. Ihre politischen Gremien sind strikt demokratisch und hierarchiefrei. Ihre alltägliche Revolution ist friedlich und begreift sich als eine Kette der praktischen Taten.

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ erzählt eine Geschichte, die viele tausend Kilometer von den sozialpolitischen Kämpfen Europas entfernt ist und könnte ihnen zugleich kaum näher sein. Denn die Gründe für den politischen Erfolg der Bauerngemeinden liegen vor allem in der Überwindung zweier linker antagonistischer Kinderkrankheiten: Beliebigkeit und Dogmatismus.

Oder wie es Ángel Strapazzón, der Koordinator der ersten indigenen Universität der Bewegung, sagt: „Die linken Parteien Europas? Man muss mit denen sprechen. Sie könnten von uns lernen.“

Partizipatives Konzept

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ ist ein partizipatives Projekt. Der Interviewführung für das Rohmaterial lagen Fragen, Anregungen und Botschaften zugrunde, die das deutschsprachige Publikum unseres Vorgängerfilmes „Sachamanta“ unmittelbar an die Indigenen richteten. „Ohne Rast. Ohne Eile.“ wurde durch ein Crowdfunding teilfinanziert. Er wird nun im Schwarmverleih vertrieben. Das bedeutet, dass wir – wie schon bei „Sachamanta“ den Film solchen Kinos unmittelbar anbieten, die uns von Menschen vor Ort empfohlen werden. Es bedeutet auch, dass jeder Mensch, der selbst eine öffentliche Vorführung organisieren möchte, dies mit unserer Unterstützung leicht tun kann. Oberste Zielstellung ist es, mit dem Film – wie schon beim Vorgängerfilm „Sachamanta“ – in öffentlichen Veranstaltungen das Reden und Diskutieren zur Thematik in Gruppen von Menschen zu befördern. Erst nach Abschluss der Kinozeit des Filmes werden wir alle Filme des Monteprojektes „Sachamanta“, „Tincunacuy„, „Ohne Rast. Ohne Eile.“ unter eine offene Lizenz stellen, die dann die nichtkommerzielle Nutzung der Filme völlig frei stellt.

Stil

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ kommt ohne Erzählstimme im OFF aus. Die Handlung des Filmes wird allein durch Bilder und Interviews getragen. Die äußere Form entspricht dabei der inneren Haltung. Wir wollten die Menschen erzählen lassen, die am Besten wissen, wovon sie reden: Die Protagonist*innen.

Weiterführende Informationen und Material

Auf https://www.kameradisten.org finden Sie eine Fülle weiterführender Informationen zur Entstehungsgeschichte, zu unterstützenden Personen, Stiftungen und Unternehmen, zur Rezeption des Filmes und zu öffentlichen Vorführungsterminen. Sie können sich hier auch einen Trailer des Filmes ansehen. Für die Bildredaktionen halten wir Fotos zum Film unter diesem Link bereit. Auf Nachfrage besteht die Möglichkeit, Pressevertreter*innen einen Screener des vollständigen Filmes zukommen zu lassen. Sie erreichen alle Kameradist*innen gleichermaßen unter der Mailanschrift mail@kameradisten.info.

„Ohne Rast. Ohne Eile.“ / Sin prisa pero sin Pausa / No Rest. No Haste. (c) 2015 (60 Minuten, 16:9, DCP, Spanische OV mit Untertiteln) 

Regie: Viviana Uriona | Schnitt: Nora Wetzel | Kamera: Mark Uriona | Bearbeitung des Tons: Jan Gerritzen | Musik: E. D. Garnica | Übersetzung: Rebecca Ellis, Yvonne Franke, Pierre Dinh-van

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