In einem anderen Land will ich nicht leben

Auch hier auf den Marshall Islands und auf anderen pazifischen Inseln bereitet man sich auf den 8. September vor. Unter dem Motto #RiseForClimate und dem Motto #RiseForPacificPawa (“Pawa” – Pidgin-Englisch für ” Power”) vereinen sich die vielen kleinen Inselstaaten, um sich gemeinsam zu unterstützen und der Welt zu zeigen: wir gehen nicht unter, wir kämpfen. Sie kämpfen für den Klimaschutz, für das Überleben ihrer Inseln und damit verbunden für ihre kulturelle Identität. Wir haben das Vorbereitungstreffen der Umweltorganisation Jo-Jikum gefilmt, die unser lokaler Partner und Teil der globalen Klimabewegung 350.org ist. Das diesjährige Symbol der Aktivitäten ist das Kikonang, eine Art Windrad aus Palmenblättern. Es steht für Bewegung, für erneuerbare Engergien wie Wind- und Solarenergie, für das Kunsthandwerk, das hier eine wichtige kulturelle Bedeutung hat und viele Menschen erinnert es auch ganz einfach an ihre Kindheit, da es ein beliebtes Spielzeug auf den Inselstaaten war und ist. Es ist wichtig, die Klimakrise global anzugehen. Auf den Marshall Islands gibt es keine Industrie, die Menschen hier tragen am wenigsten zur Umweltverschmutzung durch den Ausstoss von Treibhausgasen bei. Sie sind aber die Ersten, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.

Mehr Infos dazu findet ihr unter diesen Links: https://riseforclimate.org und https://350.org und https://350pacific.org

Perspektiven

Während des zweiten Weltkrieges waren die Marshall Inseln aufgrund ihrer geographischen Lage im Pazifik Schauplatz zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und Japan. Noch heute sind die Spuren davon sichtbar. So findet man auf und um die verschiedenen Atolle die Überreste von Bunkern und Kontrollzentren, gesunkene Schiffwracks und abgestürzte Flugzeuge. Das obere Foto zeigt die Ruinen japanischer Tanker auf der Insel Tarawa im Maloelap Atoll.

Im Video seht ihr ein amerikanisches Flugzeugwrack (vermutlich ein kleiner Bomber), das auf dem Grund der Lagune von Majuro liegt. Es ist zu einem künstlichen Riff für eine Vielzahl von Lebewesen geworden. Ironie der Zeit.

Eine Geschichte von gutem Wasser

Mit unseren Workshops in der RMI unternehmen wir immer wieder kleine Reisen. Die Reise, von der das Video unten erzählt, führt uns auf die Insel Kolol En. Wir begleiteten Jina David, einen Umweltaktivisten und Councelmen. Gemeinsam mit einer Gruppe von Jugendlichen prüfte Jina die Wasserqualität in den Regenspeichern der Insel und lehrte die Jugendlichen zugleich, wie sie zukünftig selbst für sauberes Wasser sorgen können. Jinas Projekt wurde ermöglicht von Jo-Jikum und KIO.

Maloelap calling

Eine Woche lang begleitete unser Teammitglied Christina Schulze ein Forschungsteam um den marshallesischen Wissenschaftler Mark Stege bei ihren Arbeiten auf dem Maloelap Atoll. Von dieser Woche hat sie euch einen kleinen Film mit dem Titel “Stewards of the Environment” mitgebracht, der euch bereits einiges von der Erzählart und den Stimmungen unseres zukünftigen Filmes zu verraten vermag.

Und ganz 13.070 Kilometer entfernt vom Maloelap Atoll komponierte der Potsdamer Musiker Marc Schicker ihrem Video beim Anschauen die Musik auf den Leib. Viel Spaß beim Ansehen und Anhören.

Die Arbeit des Forschungsteams um Mark Stege wurde ermöglicht durch „Unitarian Universalist Service Committee“ und die „Marshall Islands Conservation Society“.

Kamera läuft und läuft und…

Wir sind nach Rita gefahren. Weiter fahren kann man nicht, hier endet Majuros einzige Hauptstrasse. (*1) Von diesem Punkt aus kann man auf die nächsten Inseln des Atolls rüberschauen, die sich rund um die Lagune anordnen. Den Ort haben unsere Workshopteilnehmer Hanson und Ronny für ihr Interview vor der Kamera ausgewählt. Beide sind hier in Rita aufgewachsen, leben jetzt aber im Stadtzentrum („town-town“) von Majuro. Wir bauen das Stativ auf, richten gemeinsam die große Canon ein und checken den Ton. Ok, sind alle bereit? „Audio nimmt auf.“ „Kamera läuft.“ Los geht´s.

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Kickoff-Meeting für Workshops

18. April 2018: Wir haben sehr lange auf diesen Tag hingefiebert, es ist die erste große Infoveranstaltung, um TeilnehmerInnen für unser partizipatives Filmprojekt zu gewinnen. Wir hatten im Vorfeld viel Werbung für dieses Treffen gemacht. Wir haben Anzeigen über Facebook geschaltet, eine Massen-SMS an alle Handybesitzer auf der Insel verschickt. Das Marshall Islands Journal schrieb über uns und Mark war als Gast bei einer Live-Sendung im Radio. Die Stadt war voll mit unseren Flyern und wir hatten bereits für ordentlich Mundpropaganda gesorgt. Doch wie viele Menschen würden am Ende zu unserem Treffen kommen? Wir konnten das schlecht einschätzen und hofften auf das Beste.

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Wie bunte Hunde

Vieles ist seit unserem letzten Eintrag geschehen. Am 2. April bekamen wir unsere Visa und zwar für die Dauer eines ganzen Jahres. Ab diesem Moment konnten wir richtig los legen. Es passiert gerade viel. Heute wollen wir euch kurz über das größte bevorstehende Ereignis berichten, an dem wir gerade auf Hochtouren arbeiten.

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Erster Drehtag

Die erste ernsthafte Bedrohung für die Existenz der Marshall Islands waren Atombomben. 67 (in Worten: Siebenundsechzig!) Kernfusions- und Kernspaltungsbomben zündeten die USA über Teilen „ihres“ ehemaligen UN-Treuhandgebietes. Nicht wenige hier sagen, die neue Bombe, die von außen kommt, wird kaum weniger schlimm sein. Sie reden vom Klimawandel. Er wird das Land nicht verstrahlen. Er wird es verschlingen. mehr

„An Too“ und dreimal Klatschen

Es ist Samstag Abend. Seit unserer Ankunft haben wir viele Menschen kennengelernt und trotz der kurzen Zeit auch schon Freundschaften geschlossen. Einer davon ist Kabuta, ein angehender Pastor, der gerne raucht und ein Bierchen trinkt und uns immer wieder dazu einlädt, mit ihm Kawa trinken zu gehen. Und heute ist es soweit.

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