Sachamanta

21/7/2012: Der Norden Argentiniens im Jahre 2000: Auf einem Kongress beschließen die im Movimiento Campesino Santiago del Estero (MoCaSe-Via Campesina) organisierten bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften etwas bis dahin Unerhörtes. Sie werden eigene Radiostationen aufbauen und betreiben. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass die Massenmedien ihre Lebenssituation entweder ignorieren oder verfälschen.

Heute existieren bereits fünf Sender. Die Campesinos nutzen sie, um über die Weite des Landes hinweg unzensiert Botschaften auszutauschen. Die Radios schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Sie stärken den Kampf der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen Landraub und Unterdrückung. Und natürlich bringen diese Sender endlich auch die Musik der Campesinos.

Es geht darum, gehört zu werden. Viviana Uriona gibt in ihrem Dokumentarfilm den Entrechteten und Widerständigen eine Stimme. Sie liefert keine Interpretation der Erzählung, sondern gibt ihren Protagonisten die Möglichkeit – gleichlaufend zu Forderungen nach eigenen Radiostationen – nackt und ungeschützt zu sagen, was Sache ist. Im Film zerschneiden die Bauern in subversiven Akten die Stacheldrahtzäune der Konzerne, gleichzeitig fallen in den Köpfen der Zuschauer die bisher sicher geglaubten Grenzen des Machbaren. Unmögliches erscheint greifbar nah.

Der Film macht Mut, gegen die eigenen kleinen und großen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und gemeinsam die Stimme zu erheben – erscheint es zunächst auch noch so aussichtslos.

Oder, wie die alte Eloisa im Film mit einem Kopfschütteln sagt: “Mein Mann wollte schon aufgeben. Der Arme!”

Die Filmemacherin Viviana Uriona ist Mitte der 1990er Jahre aktiv im Filmclub 813 in Köln gewesen, zuletzt erarbeitete sie zahlreiche Radiofeatures. Ihr Interesse für das Radio und seine demokratische Kraft trieb sie zu Filmarbeiten in den Norden Argentiniens. Nora Wetzel (Schnitt und Dramaturgie) ist seit 2006 selbstständig in Schnitt und Regie und arbeitete zuletzt an einem Dokumentarfilm über kubanische Straßenmusiker. Die Kameradistinnen sind eine freie Assoziation für Dokumentarfilm und Dokumentarfotografie mit einem kritischen Bewusstsein für Politik und Gesellschaft.

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7 Comments

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  5. Sachamanta me commovio muchisimo y desde hacé casi 1 semana no salé de mi mente.El impacto fue tremendo. Bravo Viviana! Las personas chicos, jovenes o ancianos que uno descubre en la pelicula transmiten de manera tan simple, sincera y natural, sin ninguna dramatización o odio el problema tragico de su futuro, pero con que fuerza tranquila! Les deseo con toda mi alma mucho coraje para seguir con exito ese camino de resistencia al poder de los „Monsantos“mundiales. Son un ejemplo magnifico que la unión hacé la fuerza.Otra vez Bravo Viviana por ese testimonio objetivo y por todas esas sonrisas tan optimistas del final!

  6. Muy valiente de vuestra parte, estimad@s Kameradisten. Gracias por vuestro entusiasmo y rebeldía. Un gran aporte a ampliar nuestras miradas.
    Abrazos.

  7. Sachamanta | Kameradisten Gracias por compartir con todos nosotros toda esta interesante información. Con estos granitos de arena hacemos màs grande la montaña Internet. Enhorabuena por este blog.

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